CfP: Separated Beds – Interwoven Property: Divorce in Context | 1600-1900

Location: Austria, Vienna
Venue: University of Vienna
Hosted by: OeNB research project “Separated beds – Interwoven Property: Regulation of Separation Consequences since the 16th Century”, in cooperation with the Faculty of Historical and Cultural Studies and the Department of History of the University of Vienna.

Date: 15.05.2020 – 16.05.2020
Deadline: 28.02.2020

Call for Papers

Until the introduction of civil marriage, marriages in all European territories could be entered into and separated only in accordance with the conditions of religions and denominations respectively. Today the divorce of civil marriage is common practice in European societies. The fact that religious marriages regulated by faith communities could be divorced is still not widely conveyed. The historical studies that appeared in recent years make it clear that religions and denominations respectively differed as to the type of divorce they allowed, what divorce grounds they recognized, and whether they gave the divorced spouses the right to remarry. Divorced Catholics were forbidden to enter into a new marriage until the death of their husband or wife. On the other hand, the matrimonial property regime was partly independent of religion or denomination, and thus also the regulation of the divorce consequences, which depended particularly on local traditions until civil codes were passed.

Depending on the historically different divorce possibilities and the density of the remaining sources, the documents produce in the context of marital conflicts and divorces open up a wide field of research: With the exception of uncontested divorces, it is possible to analyze how plaintiffs and defendants argued in court and what arguments judges recognized or rejected as divorce grounds. The certificates submitted and witnesses mentioned allow one to reconstruct the relationship networks of the wives and the husbands. Divorce settlements and civil proceedings regulating the divorce consequences indicate who received custody of children, how the property of the couple was divided and how maintenance was regulated. They provide insight into the ways the couple had made a living and how the divorced spouses intended to make a living in the future. Recent studies show that the economic position of women varied greatly depending on the prevailing matrimonial property regime and the marriage contract which was agreed upon. Especially in regions with community of goods, it was often the women who, as daughters or widows, brought a house and farm or a trade and business license into the marriage. The sources thus allow conclusions to be drawn on the property and wealth of women and show the variety of trades and occupations pursued by women before and also after marriage, which are usually beyond the reach of historians. Recent studies have also indicated that divorce –  independent of denomination or religion – was not, as was long suspected, limited to married couples of the higher social strata, but was practice in all levels of society.

The conference will examine the norms divorce-(un)willing spouses of the various denominations and religions were faced with from the end of the Middle Ages to the end of the 19th century. At the same time, we are interested in how these norms were negotiated in practice – before Protestant and Catholic consistories, before rabbinic or Sharia courts, and also before secular courts.
The broad range of possible links to the topic of the conference includes issues of (social) regulation in the access to marriage, transfer of goods during and after marriage, and issues of how married couples and divorced spouses made a living. Studies investigating the options for and the living conditions of divorced men and women are also welcome.

Keynote: Maria Ågren, Married Women’s Property and Work, Uppsala University

Please send your proposals for papers (approx. 1 page/300 words) together with a short academic CV by 28 February 2020 to:

Univ. Prof. Dr. Andrea Griesebner
andrea.griesebner[at]univie.ac.at
and
BA MA Isabella Planer
isabella.planer[at]univie.ac.at

We are pleased to be able to take care of the hotel and the food during the conference. We ask for your understanding that the travel expenses can be refunded only in exceptional cases.

Getrennte Betten – verwobene Güter. Ehescheidungen im Kontext | 1600-1900

Ort: Österreich, Wien
Veranstaltungsort: Universität  Wien
Veranstalter: OeNB Projekt „Getrennte Betten – verwobene Güter. Regelung der Trennungsfolgen seit dem 16. Jahrhundert“, in Kooperation mit der Historisch Kulturwissenschaftlichen Fakultät und dem Institut für Geschichte der Universität Wien.

Datum: 15.05.2020 – 16.05.2020
Deadline: 28.02.2020

Call für Papers

Bis zur Einführung der Zivilehe konnten Ehen in allen europäischen Territorien nur nach den Bedingungen der Religionen bzw. Konfessionen geschlossen und getrennt werden. Die Scheidung der Zivilehe ist in den europäischen Gesellschaften heute vielgelebte Praxis. Das Wissen, dass auch religiöse, d.h. von Glaubensgemeinschaften regulierte Ehen, geschieden werden konnten, ist nach wie vor wenig verbreitet. Die in den letzten Jahren entstanden historischen Studien verdeutlichen, dass Konfessionen bzw. Religionen sich hinsichtlich der Frage unterschieden, welche Art von Scheidung sie erlaubten, welche Scheidungsgründe sie anerkannten und ob sie den geschiedenen Eheteilen das Recht zur Wiederverheiratung gewährten. Geschiedenen Katholik*innen war es etwa bis zum Tod des Ehemannes bzw. der Ehefrau verboten, eine neue Ehe einzugehen. Von der Religion bzw. Konfession teilweise unabhängig war hingegen das Ehegüterrecht und damit auch die Regelung der Scheidungsfolgen, die bis zur Verabschiedung von Zivilrechtskodifikationen vor allem von lokalen Traditionen abhängig waren.

Abhängig von den historisch unterschiedlichen Scheidungsmöglichkeiten und der Dichte der Quellenüberlieferung eröffnen die im Kontext von Ehekonflikten und Ehescheidungen produzierten Quellen ein weites Forschungsfeld: Mit Ausnahme der einverständlichen Scheidungen lässt sich analysieren, wie Kläger*innen und Beklagte vor Gericht argumentierten und welche Argumente die Richter als Scheidungsgründe anerkannten bzw. ablehnten. Anhand der vorgelegten Atteste und angeführten Zeug*innen lassen sich die Beziehungnetzwerke der Ehefrauen und der Ehemänner rekonstruieren. Den Scheidungsvergleichen bzw. Zivilprozessen zur Regelung der Scheidungsfolgen lässt sich entnehmen, wer die Obsorge über welche Kinder erhielt und wie das Vermögen des Ehepaares aufgeteilt und der Unterhalt geregelt wurde. Sie eröffnen Einblicke in die Umstände, wie das Ehepaar seinen Lebensunterhalt bestritten hatte und die geschiedenen Ehepartner*innen künftig zu bestreiten beabsichtigten. Wie neuere Studien zeigen, war die ökonomische Position von Frauen je nach vorherrschendem Ehegüterregime und geschlossenem Ehevertrag sehr unterschiedlich. Vor allem in Regionen mit Gütergemeinschaft waren es oft Frauen, die als Töchter oder Witwen Haus und Hof, oder auch das Gewerbe und die Gewerberechtigung in die Ehe eingebracht hatten. Die Quellen erlauben damit auch Rückschlüsse auf Besitz und Vermögen von Frauen und zeigen die Vielfalt von Arbeiten und Beschäftigungen auf, denen Frauen vor und auch nach der Ehe nachgingen, die dem Blick der Historiker*innen sonst meist entzogen sind. Neuere Studien belegen zudem, dass Scheidung – von der Konfession bzw. Religion unabhängig – nicht, wie lange vermutet, auf Ehepaare der höheren sozialen Schichten begrenzt, sondern in allen sozialen Schichten Praxis war.

Die Konferenz möchte der Frage nachgehen, mit welchen Normen scheidungs(un)willige Ehepartner*innen der verschiedenen Konfessionen bzw. Religionen vom ausgehenden Mittelalter bis zum Ende des 19. Jahrhunderts konfrontiert waren. Zugleich interessieren wir uns dafür wie diese Normen in der Praxis – vor protestantischen und katholischen Konsistorien, vor Rabbinats- oder Schariagerichten, aber auch vor weltlichen Gerichten – verhandelt wurden.
Das breite Spektrum an Anknüpfungsmöglichkeiten zum Rahmenthema der Konferenz umfasst gleichermaßen Fragen zu (sozialen) Regulativen im Zugang zur Ehe, zum Gütertransfer bei und nach der Heirat sowie zu Fragen, wie Ehepaare und Geschiedene ihren Lebensunterhalt bestritten. Von Interesse sind zudem auch Studien, welche nach den Handlungsoptionen und Lebensbedingungen geschiedener Männer und Frauen fragen.

Keynote: Maria Ågren, Married women’s Property and Work, Uppsala University

Bitte senden Sie Ihr Proposal (ca. 1 Seite / 300 Wörter) zusammen mit einem kurzen CV per E-Mail bis zum 28.02.2020 an:

Univ. Prof. Dr. Andrea Griesebner
andrea.griesebner[at]univie.ac.at
und
BA MA Isabella Planer
isabella.planer[at]univie.ac.at

Wir freuen uns, dass wir die Hotelkosten und die Verpflegung während der Tagung – gemeinsame Mittag- und Abendessen – übernehmen können. Wir bitten um Verständnis, dass die Reisekosten nur in Ausnahmefällen refundiert werden können.