</nav></nav>{"id":1757,"date":"2016-05-13T08:00:33","date_gmt":"2016-05-13T06:00:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.univie.ac.at\/ehenvorgericht\/?p=1757"},"modified":"2017-10-12T12:11:08","modified_gmt":"2017-10-12T10:11:08","slug":"von-zeitweiligen-und-lebenslaenglichen-scheidungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ehenvorgericht.univie.ac.at\/?p=1757","title":{"rendered":"Von &#8222;zeitweiligen&#8220; und &#8222;lebensl\u00e4nglichen&#8220; Scheidungen"},"content":{"rendered":"<pre><em>Die Scheidung von Tisch und Bett wird f\u00fcr so lange bewilligt, bis die Kl\u00e4gerin\/der Kl\u00e4ger ohne Gefahr f\u00fcr ihr\/sein zeitliches und ewiges Heil die ehliche Gemeinschaft mit ihrem Gatten\/seiner Gattin erneuern kann.<\/em><\/pre>\n<p>Diese Formulierung entstammt einem Scheidungsurteil, wie es in den 1860er-Jahren in zahlreichen F\u00e4llen vom Wiener f\u00fcrsterzbisch\u00f6flichen Ehegericht ausgesprochen wurde. Darin gew\u00e4hrte das Ehegericht den Eheleuten\u00a0eine zeitlich befristete Scheidung von Tisch und Bett und machte die Dauer der Trennung davon abh\u00e4ngig, wie lange eine Gefahr f\u00fcr das dies- und jenseitige \u201eHeil\u201c der klagenden Partei besteht.\u00a0Von wem diese Gefahr ausging, dar\u00fcber gibt der Auszug aus dem Urteil keine Auskunft. In den allermeisten F\u00e4llen ging die Gefahr vom Ehemann, seiner Gewaltbereitschaft und\/oder seiner Alkohol- bzw.\u00a0Spielsucht aus.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Scheidungen von Tisch und Bett zwischen 1783 und 1856 &#8211; als in Wien und Teilen der Habsburger Monarchie staatliche Gerichte f\u00fcr Ehestreitigkeiten\u00a0zust\u00e4ndig waren &#8211; stets unbefristet ausgesprochen bzw. bewilligt wurden, erlaubte das f\u00fcrsterbisch\u00f6fliche Ehegericht in den 1860er-Jahren zumeist nur &#8222;zeitweilige&#8220; Scheidungen von Tisch und Bett und setzte auf eine m\u00f6gliche Vers\u00f6hnung und damit Wiedervereinigung der Eheleute. Nur in wenigen F\u00e4llen (meist aufgrund eines bewiesenen oder eingestandenen Ehebruchs) gew\u00e4hrten\u00a0die R\u00e4te\u00a0eine \u201elebensl\u00e4ngliche Scheidung von Tisch und Bett\u201c. Mit dieser restriktiven Urteilspraxis schlossen die R\u00e4te an die Rechtsprechung der Kirchengerichte vor 1783 an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Scheidung von Tisch und Bett wird f\u00fcr so lange bewilligt, bis die Kl\u00e4gerin\/der Kl\u00e4ger ohne Gefahr f\u00fcr ihr\/sein zeitliches und ewiges Heil die ehliche Gemeinschaft mit ihrem Gatten\/seiner Gattin erneuern kann. Diese Formulierung entstammt einem Scheidungsurteil, wie es in den 1860er-Jahren in zahlreichen F\u00e4llen vom Wiener f\u00fcrsterzbisch\u00f6flichen Ehegericht ausgesprochen wurde. Darin gew\u00e4hrte das Ehegericht &hellip; <a href=\"https:\/\/ehenvorgericht.univie.ac.at\/?p=1757\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Von &#8222;zeitweiligen&#8220; und &#8222;lebensl\u00e4nglichen&#8220; Scheidungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1757","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ehenvorgericht.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1757","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ehenvorgericht.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ehenvorgericht.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ehenvorgericht.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ehenvorgericht.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1757"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/ehenvorgericht.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1757\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1760,"href":"https:\/\/ehenvorgericht.univie.ac.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1757\/revisions\/1760"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ehenvorgericht.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1757"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ehenvorgericht.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1757"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ehenvorgericht.univie.ac.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1757"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}